Ferrari im Schritttempo – warum die Goldstars Heracles den klügsten Fußball Europas spielen
Teil III. der GEHZETTE-Trilogie über einen länderübergreifender Blick aus Deutschland und den Niederlanden
GOLDSTARS HERACLES ALMELO – Ferrari mit Handbremse. Und genau deshalb Weltklasse.

Wenn Walking Football ein Orchester wäre, dann wären die Goldstars Heracles Almelo die erste Geige. Und am Dirigentenpult steht ein Mann, der es schafft, Struktur, Humor und Haltung in einen Sport zu gießen, der langsamer ist – aber gedanklich oft schneller als so mancher Sprintfußball: Huib Rouwenhorst.
Der dritte Teil unserer GEHZETTE-Trilogie blickt nicht nur auf Zahlen, Teams und Pokale – sondern auf das große Ganze. Auf ein Konzept, das funktioniert, weil es sich nicht verbiegen lässt.
10. ALMELO CITY CUP vom 19. bis 21. Mai 2026

32 Herrenteams, 16 Damenteams – und kein Platz für Stillstand
Zwölf Spielfelder, 16 Schiedsrichter, rund 70 Freiwillige und drei Tage internationales Fußballleben in Zeitlupe – aber mit maximalem Puls. Der Almelo City Cup ist längst mehr als ein Turnier. Er ist ein Treffpunkt. Ein Klassentreffen. Ein Beweis dafür, dass man auch ohne Grätsche Haltung zeigen kann.
Teams aus England, Polen, Belgien, Deutschland, Dänemark, Österreich und den Niederlanden geben sich die Klinke in die Hand. Oder besser: den Ball an den Fuß – immer mindestens einer am Boden, versteht sich.
Besonders treu: Werder Bremen (Stammgast) und Chesterfield aus England, der bakermat des Walking Football, mittlerweile zum neunten Mal dabei. Wenn Loyalität Punkte gäbe, wären sie Serienmeister.
Fair Play ist kein Beiprodukt – sondern der Hauptpreis
Über allem schwebt sie: die Ben-Hulshof-Fair-Play-Cup. Kein Pokal für Tore, sondern für Haltung. Benannt nach einem der Gründer – und sinnbildlich für das, was die Goldstars ausmacht: Respekt, Sicherheit, Inklusion.
Oder wie Huib Rouwenhorst es auf den Punkt bringt:
„Walking Football ist ein Ferrari. Aber wir lassen bewusst die Handbremse ein Stück angezogen.“
Denn wer glaubt, durch immer neue Regeln mehr Leistung herauskitzeln zu müssen, riskiert am Ende einen Trabant mit Sportschalldämpfer. Leistung ja – aber nicht auf Kosten von Gesundheit und Miteinander. Für Ehrgeizige gibt es innerhalb der bestehenden Regeln mehr als genug Herausforderung. Und weniger Regeln bedeuten bekanntlich auch: weniger Diskussionen. Ein Traum – nicht nur für Schiedsrichter.
Damenklassement wächst – der Beweis läuft
Zwölf neue Teams in dieser Ausgabe, vor allem durch das wachsende Damenklassement. Andere Mannschaften haben altersbedingt Platz gemacht. Kein Drama, sondern gelebter Kreislauf. Walking Football denkt in Jahren, nicht in Halbzeiten.
Dass alle Teams gemeinsam in einem Hotel untergebracht sind, inklusive Festabend und Award-Party am Mittwoch, ist kein Zufall. Hier geht es um Begegnung. Und wenn am Donnerstag die After-Party im Business-Club des Stadions von Heracles Almelo steigt, dann weiß jeder: Das hier ist kein Randgruppensport. Das ist Fußball – nur klüger.
Fazit der Trilogie: Langsam ist das neue souverän
Die Goldstars Heracles Almelo zeigen, wie Walking Football funktioniert, wenn man ihn ernst nimmt – ohne sich selbst zu wichtig zu machen. International, inklusiv, humorvoll. Und mit einer klaren Haltung gegen Regelwut und für Fairness.
Oder, um es fußballtypisch zu sagen:
Man muss nicht rennen, um vorne zu sein.
Man muss nur wissen, wohin man geht.
Fortsetzung folgt. Ganz sicher.

