Wo ist der Schiri?

Heiner’s Seitenlinienhieb: „Der Schiri ist weg!“

Sonntag in Bremerhaven. Ligaspieltag im Walking Football. Alles läuft wie immer: Der Ball rollt gemächlich, die Spieler gehen, wie sie sollen – na ja, fast alle – und plötzlich passiert’s: Streit. Nicht nur ein bisschen Gemecker, nein, richtig Theater.

Und dann das Undenkbare: Der Schiedsrichter legt die Pfeife aus der Hand, dreht sich um – und verlässt einfach das Spielfeld. Zack. Verschwunden, wie ein Zaubertrick von David Copperfield. Nur ohne Rauch und Musik.

Leute, ernsthaft: Wir spielen Gehfußball. Geh! Fußball. Das heißt nicht „Streitfußball“ oder „Rechtsanwaltfußball“. Wir sollen Spaß haben, nicht Gerichtsverhandlungen am Mittelkreis führen.

Natürlich gibt es Regeln. Und ja, der Schiri pfeift mal was, das einem nicht passt. Aber mal ehrlich: Mit 65 noch diskutieren, ob das Bein zwei Zentimeter zu hoch war? Muss das sein?

Mein Seitenhieb für diesen Sonntag: Wenn wir den Schiedsrichter so behandeln, dass er lieber in der Kabine Kaffee trinkt, als weiter zu pfeifen, dann haben wir was falsch verstanden. Gehfußball lebt von Respekt – voreinander und vor dem, der die Pfeife im Mund hat.

Denn eins ist klar: Ohne Schiri kein Spiel. Und wenn der nächste auch einfach verschwindet, dann können wir unsere Tore gleich abbauen und Mensch-ärgere-dich-nicht spielen.

Also, Leute: Weniger streiten, mehr gehen. Der Ball bedankt sich.