Zurück ins Spiel
Mit halber Schulter, aber vollem Herzen

Eine Walking-Football-Geschichte über Geduld, Schmerz, Training – und ein Ziel
Die Diagnose kam unscheinbar daher, aber mit Wucht: Teilruptur der Supraspinatussehne – rechte Schulter, schleichend, schmerzhaft, hemmend. Was für viele “nur” nach einem medizinischen Fachausdruck klingt, war für einen unserer Walking-Footballer eine glasklare Ansage:
Erst mal raus aus dem Spiel.
Kein Winken beim Seitenwechsel, kein Armheben beim Einwerfen, kein fairer Schulterkontakt beim Zweikampf – stattdessen Schonhaltung, Schmerzen im Alltag, Reha-Pläne und Absagen an die Turniertruppe.
Die Diagnose – zwischen Alltag und OP
Was als gelegentliches Ziehen beim Umziehen oder Taschenheben begann, entpuppte sich nach zwei MRTs und einer orthopädischen Untersuchung als klassische Überlastungsfolge:
- Teilriss der Supraspinatussehne
- Engpass unter dem Schulterdach
- Und erste Anzeichen einer Muskelrückbildung
Die Entscheidung für eine OP war keine leichte – aber die Alternative wäre gewesen, den rechten Arm langfristig zu verlieren. Zumindest sportlich gesehen.

Die OP – ein kleiner Schnitt mit großer Wirkung
Die Operation selbst war minimalinvasiv:
- Sehnennaht,
- subakromiale Dekompression (also das Abschleifen des knöchernen “Dachhakens”),
- und eine konsequente Nachbehandlung.
Die erste Zeit danach war – sagen wir’s ehrlich – kein Zuckerschlecken:
- Der Arm in der Schlinge.
- Schlafen nur halbwegs.
- Kaffee einschenken eine kleine Herausforderung.
- Duschen: olympisch.
Aber: der Plan stand, das Ziel war klar – Zurück aufs Spielfeld.
Die Reha – zwischen Geduld und Griffkraft
Der Weg zurück führte nicht über schnelle Übungen, sondern über:
- Kühlpacks
- Pendelübungen mit der Wasserflasche
- passive Mobilisation
- und später: isometrisches Training, Haltungskorrektur, Theraband-Zirkel
Physiotherapeut:innen wurden zu Co-Trainer:innen, und Fortschritte fühlten sich an wie Tore.
Der erste kontrollierte Griff zum Türgriff – 1:0.
Das erste Hemd alleine anziehen – 2:0.
Applaus bei der ersten Runde Schulterkreisen in der Gruppe – 3:0.
Die Rückkehr – Gehen lernen, neu erleben
Nach rund vier Monaten stand er zum ersten Mal wieder in Sportsachen auf dem Platz. Nicht als Held, sondern als Teil eines Teams, das wusste, was dieser Weg gekostet hatte.
Beim ersten Walking Football Spiel danach?
Keine Tore.
Dafür ein sauberer Seitenwechsel, ein weicher Pass, und ein Lächeln, das den Unterschied machte.
„Ich hab meine Schulter nicht wieder wie früher – aber dafür mein Spiel zurück. Und das reicht.“
Die Schulter heilt. Der Geist auch.
Diese Geschichte steht für viele, die im „besten Fußballalter“ verletzungsbedingt ausgebremst werden – und zeigt, dass mit Geduld, kluger medizinischer Begleitung und einem klaren Ziel die Rückkehr aufs Spielfeld möglich ist.
Nicht trotz des Alters. Sondern gerade deshalb.
Denn Walking Football ist nicht nur Bewegung.
Es ist Wiederbelebung.
Anmerkung der Redaktion:
Dieser Artikel basiert auf einem echten Fall aus der Walking-Football-Community. Name und Einzelheiten wurden aus Datenschutzgründen geändert.
Wer Ähnliches erlebt oder vor einer Schulter-OP steht, findet im Austausch mit der Community und erfahrenen Therapeut:innen oft die besten Tipps – oder den nötigen Mut.

REHA-TIPPS für Schulterheld:innen
Was du wissen solltest, wenn du zurück auf den Platz willst
Geduld ist Gold
Die Supraspinatus-Sehne heilt langsam. Gib ihr die Zeit, die sie braucht – nicht die Zeit, die du dir wünschst.
Bewegung ja, Belastung nein
Schon früh darfst du dich bewegen – aber kontrolliert. Pendelübungen, isometrisches Training und Physiotherapie sind deine besten Freunde.
Schlinge ablegen? Nur nach Freigabe!
Die Schulter ruhigstellen schützt. Aber zu lang ruhigstellen schadet. Lass die Profis entscheiden, wann es weitergeht.
Kühlen statt Klagen
Eispack 2–3× täglich – 15 Minuten – kann Wunder wirken. Immer mit Stoff dazwischen!
Theraband statt Trinkglas stemmen
Der Kraftaufbau beginnt bei null. Und das ist okay. Kleine Bewegungen = große Fortschritte.
Nachts mit Plan
Auf dem Rücken oder der gesunden Seite schlafen. Kissen unter dem Arm als Lagerungshilfe wirken Wunder.
🤚
Sag nein zu Einhängen, Tragen, Heben
Taschen? Nur auf der gesunden Seite. Einkäufe? Lass andere ran. Duschen? Mit Schlauheit statt Kraft.
Kopftraining nicht vergessen
Motivation, Zielsetzung, Struktur – Reha ist auch Kopfsache. Wer weiterdenkt, kommt weiter.
📣 Und denk dran: Du musst nicht wieder der Alte werden – nur wieder beweglich genug, um den Ball zurück ins Spiel zu bringen.

