Warm machen ist kein Kindergarten!

Heiner’s Seitenlinienhieb

Sonntagmorgen. Da steh ich also wieder an der Seitenlinie, die Sonne scheint, die Truppe ist da – und was machen die Jungs? Sie schnappen sich sofort den Ball und bolzen drauflos, als hätten sie gestern die Champions League gewonnen. „Aufwärmen? Ach Heiner, wir wollen doch gleich spielen!“ höre ich da. Und fünf Minuten später humpelt der erste vom Platz und hält sich die Wade.

Leute, ehrlich: Wir spielen Gehfußball, ja. Wir rennen nicht wie die jungen Hüpfer über den Platz. Aber glaubt ihr wirklich, dass Muskeln, Gelenke und Knochen im Rentenalter frischer sind als mit zwanzig? Nur weil wir gehen, sind wir nicht automatisch unkaputtbar.

Ein ordentliches Aufwärmen ist kein Luxus, sondern Pflicht. Das ist keine Schikane, das ist Versicherungsschutz für die Knochen. Zehn Minuten lockere Bewegung, ein bisschen Mobilisation, leichte Koordination mit Ball – das reicht oft schon. Und siehe da: Das Spiel läuft runder, Verletzungen werden seltener, und die Gelenke bedanken sich auch.

Aber nein, mancher glaubt immer noch, dass Aufwärmen Zeitverschwendung ist. „Früher sind wir auch gleich losgelaufen!“ Ja, früher konntest du auch drei Bier trinken und bist am nächsten Tag wieder über den Platz. Heute reicht ein falscher Schritt, und du bist vier Wochen raus.

Mein Seitenhieb also für diesen Sonntag: Wer das Aufwärmen auslässt, spart nicht Zeit, sondern riskiert nur den nächsten Muskelfaserriss. Und dann sitzt er draußen, während die anderen lachen und spielen.

Also, Männer und Frauen: Nicht nur Schuhe schnüren – auch Muskeln und Gelenke in Gang bringen. Sonst ist der Sonntag schneller vorbei, als ihr „Anstoß“ sagen könnt.