Und dann stolperte ich über Gehfussball

„Das Normale ist nicht unbedingt das Richtige” – Rolf Allerdissen über seine Aufgabe Gehfussball
Von der Reha auf das Spielfeld – und von dort in die Mitte der Gesellschaft: Wie Walking Football mehr ist als Sport und warum Rolf Allerdissen dafür brennt.
„Es ist eine Lebensaufgabe, sich weiterzuentwickeln, und ich bin noch lange nicht fertig“, sagt Rolf Allerdissen mit Blick auf das, was viele für eine Randsportart halten – den Gehfussball. Dabei zeigt seine Haltung eines ganz deutlich: Hier geht es um mehr als ein bisschen Bewegung im Alter. Es geht um ein neues Selbstverständnis für Sport, Teilhabe und das Recht, sich neu zu erfinden.
Die Entdeckung des Gehens als Spiel
In einer Welt, in der Schnelligkeit oft mit Leistungsfähigkeit verwechselt wird, ist der Gedanke, Fußball im Gehen zu spielen, fast revolutionär. „Gehfussball ist nicht langsam – er ist fokussiert“, erklärt Allerdissen. Es geht um Kontrolle, um Präzision, aber auch um Miteinander, Rücksicht und Fairness. Dass diese Form des Spiels immer mehr Anhänger findet, liegt auch daran, dass sie inklusiv ist: keine Altersgrenzen, keine Leistungsbarrieren – nur der Wille, sich zu bewegen und gemeinsam Spaß zu haben.
Der Mann hinter der Bewegung
Rolf Allerdissen ist kein typischer Sportfunktionär. Er ist Visionär, Netzwerker, und vor allem: Überzeugungstäter. Was für andere ein Projekt ist, ist für ihn eine Haltung. Ob als Herausgeber des Magazins GehZeit, als Ideengeber für den Walking Football SDG Cup, oder als aktiver Spieler bei SV Lindenau 1848 – Allerdissen bringt Bewegung in Strukturen, die lange stillstanden.
„Das Normale ist nicht unbedingt das Richtige“, sagt er – ein Satz, der sich wie ein Motto durch seine Arbeit zieht. Warum sollte sportliche Betätigung immer leistungsorientiert, wettkampforientiert, jung und durchtrainiert sein? Warum nicht Freude, Gesundheit und Zugehörigkeit als neue Maßstäbe setzen?
Bewegung mit Botschaft
Gehfussball ist für Allerdissen kein Alibi-Sport, sondern Ausdruck einer sozialen Idee. Hier wird gelacht, diskutiert, gecoacht – und gespielt. Die dritte Halbzeit ist oft genauso wichtig wie die erste. Auch politisch sieht er den Sport als Plattform: für Inklusion, gegen Ausgrenzung, für Nachhaltigkeit – und gegen die Vorstellung, dass „älter werden“ ein Rückzug bedeuten müsse.
Ausblick: Die Zukunft läuft – Schritt für Schritt
„Ich bin noch lange nicht fertig“, sagt Allerdissen – und es klingt nicht nach einer Durchhalteparole, sondern nach Aufbruch. Er träumt von inklusiven Ligen, integrativen Sportprojekten, Walking Football als fester Bestandteil kommunaler Bewegungsförderung.
Sein Engagement zeigt: Man muss nicht rennen, um voranzukommen. Man muss nur bereit sein, Schritt für Schritt neue Wege zu gehen.
📍 Geh weiter. Geh mit.
Walking Football – weil es nie zu spät ist, neu anzufangen.

