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Heiner’s Seitenlinienhieb: „Mehr Likes als Tore“

Früher, da hat man nach dem Training noch ein Bier getrunken, über das Spiel geredet, und das war’s. Heute? Heute geht kein Ball ins Tor, bevor nicht mindestens einer sein Handy zückt und das Ganze auf Facebook, Instagram oder sonstwo hochlädt. Walking Football ist längst auch Posting Football.

Manchmal frag ich mich, ob wir eigentlich noch für den Ball laufen… äh gehen… oder schon fürs Selfie. Kaum rollt die Kugel, da ruft einer: „Moment, ich brauch noch ein Foto für unsere Seite!“ – und schwupps, das Spiel steht still. Auf dem Platz herrscht Funkstille, auf WhatsApp dagegen Hochbetrieb.

Versteht mich nicht falsch: Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig. Ohne Social Media wüsste ja keiner, dass wir überhaupt spielen. Aber wir sollten aufpassen, dass wir nicht mehr Zeit damit verbringen, die richtige Bildunterschrift zu suchen, als den Ball ins Tor zu schieben.

Mein Seitenhieb für heute: Walking Football lebt von Gemeinschaft, nicht von Klickzahlen. Likes wärmen keine Muskeln, und Herzen bei Instagram ersetzen nicht den Schiedsrichterpfiff.

Also, Leute: Erst spielen, dann posten. Und wenn’s geht – ohne Filter. Wir sind alt genug, dass man unsere Falten sieht.