Rückwärtsgehen – Der unterschätzte Geheimtipp
Gesundheit, Fitness und Geist – Stärke im Rückwärtsgang

Wer beim Gehen immer nur nach vorne schaut, verpasst eine Menge – zumindest, wenn es um die Gesundheit geht. Rückwärtsgehen, oder im internationalen Sprachgebrauch Retro-Walking, ist eine einfache, aber äußerst wirkungsvolle Übung, die in der Sportwissenschaft immer mehr Beachtung findet.
Gesundheitseffekte, die überraschen
Studien zeigen: Schon 15 Minuten Rückwärtsgehen können einen großen Unterschied machen.
- Starke Rückenmuskulatur: Durch die ungewohnte Belastung werden Rücken- und Rumpfmuskeln gezielt gekräftigt.
- Schonung der Knie: Der Bewegungswinkel im Knie ist kleiner, was vor allem für Menschen mit Knieproblemen oder nach Verletzungen vorteilhaft ist.
- Mehr Kalorienverbrauch: Wer unter Übergewicht leidet, verbrennt beim Rückwärtsgehen messbar mehr Energie als beim Vorwärtsgehen – und das ohne zusätzliche Gelenkbelastung.
- Bessere Haltung & Balance: Die Bewegung erfordert Aufmerksamkeit und trainiert das Gleichgewicht.
- Klarer Kopf: Vor allem bei älteren Menschen kann Rückwärtsgehen die Aktivität im Präfrontalen Cortex anregen – dem Teil des Gehirns, der für Problemlösung und Entscheidungsfindung zuständig ist. Das wirkt sich positiv auf die kognitiven Fähigkeiten aus.
Einsatz im Walking Football
Immer mehr Walking-Football-Teams nutzen Rückwärtsgehen als Aufwärm- und Trainingsmethode. In Kenia etwa hat der nationale Walking Football Verband KWFF das Retro-Walking fest in seine Übungsprogramme für Spielerinnen und Spieler über 60 integriert. Präsident Kiarie Mwangi betont: „Es ist eine perfekte Verbindung von Bewegung und Gehirntraining – und macht im Team richtig Spaß.“
So fängt man an
- Langsam steigern: Mit 2–3 Minuten beginnen und sich auf 10–15 Minuten hocharbeiten.
- Sicherer Untergrund: Ideal ist eine Laufbahn, eine Sporthalle oder ein ebenes Spielfeld.
- Kopf hoch, Blick nach hinten: Entweder über die Schulter schauen oder mit einem Partner üben, der auf Hindernisse achtet.
- Variieren: Mal in kleinen Schritten, mal mit längeren Ausfallschritten gehen.
Zusammenfassend meinem wir Rückwärtsgehen ist weit mehr als eine Kuriosität – es ist eine clevere, gelenkschonende und effektive Trainingsform. Ob als Teil des Aufwärmens im Walking Football oder als eigenständige Fitnessübung: Wer regelmäßig rückwärts geht, geht im wahrsten Sinne des Wortes einen Schritt in die richtige Richtung – nur eben andersherum.


