Nordische Power: Schwedens Walking-Football Führungsrolle
Nina Videkull – treibende Kraft für Frauen im Walking Football in Schweden

Walking Football ist längst kein Nischensport mehr. In ganz Europa finden immer mehr Frauen und Männer Gefallen an der entschleunigten, aber keineswegs weniger intensiven Variante des Spiels. In Schweden gehört Nina Videkull zu den treibenden Kräften im Frauenbereich. Als Trainerin der schwedischen Frauen-Nationalmannschaft Ü40 bringt sie ihre Erfahrung und Leidenschaft ein, um das Spiel bekannter zu machen und die Türen für eine neue Generation von Spielerinnen zu öffnen.
Erste Berührungspunkte mit Walking Football
Nina Videkull stieß vor rund zwei bis drei Jahren erstmals auf Walking Football. „Ich bin ein Leader, ich war schon zuvor Trainerin, und ich liebe Walking Football so sehr, dass es ganz natürlich für mich war, mich dafür zu engagieren“, erklärt sie. Für sie war es keine Frage, ob sie einsteigt – sondern nur wann.
Die Ursprünge des Walking Football in Schweden sind eng mit Peter Lundgren verbunden, der als Initiator gilt. Videkull verweist mehrfach auf ihn, wenn es um die ersten Schritte, die Gründungsidee und die Zahl der aktiven Spielerinnen geht.
Ein Team voller Erfahrung
Heute betreut Nina die schwedische Frauen-Nationalmannschaft Ü40. Das Altersspektrum der Spielerinnen liegt zwischen 40 und 50 Jahren. „Alle meine Spielerinnen haben schon seit ihrer Kindheit Fußball gespielt“, sagt sie. „Manche in Elite-Divisionen, andere in unteren Ligen. Aber jede hat einen wettkampforientierten Hintergrund.“
Dieser Erfahrungsschatz ist für die Dynamik im Team entscheidend. Die Frauen kennen den Wettbewerb, sie kennen den Teamgeist – und sie wissen, wie wichtig Zusammenhalt ist.
Gesundheit und Gemeinschaft
Walking Football hat für Videkull klare gesundheitliche Vorteile: „Es ist immer gesund, aktiv zu bleiben – und Walking Football ist eine großartige Möglichkeit für uns ältere Spielerinnen, die nicht mehr normalen Fußball spielen können.“
Doch ebenso wichtig sind die sozialen Aspekte: „Die sozialen Vorteile sind großartig. Du bist Teil eines Teams, einer Gemeinschaft mit Spielerinnen, die den Fußball genauso lieben wie du.“
Im Vergleich zum traditionellen Fußball empfindet sie die Kultur des Spiels als freundlicher: „Man kann gegeneinander spielen und danach noch ein tolles Gespräch führen. Es ist viel geselliger.“
Vorurteile überwinden
Der Weg zur Verbreitung ist nicht immer leicht. „Die größte Herausforderung ist es, ehemalige Spielerinnen dafür zu gewinnen, Walking Football auszuprobieren“, erzählt Videkull. „Es gibt viele Vorurteile – die hatte ich selbst am Anfang auch. Aber ich war neugierig. Und ich versuche immer, frühere Teamkolleginnen zu motivieren, mitzumachen.“
Unterstützung und Strukturen
Einige Fußballvereine haben den Trend aufgegriffen, doch noch nicht in dem Umfang, wie Videkull es sich wünschen würde. „Manche Clubs haben sich angeschlossen, aber wir würden uns mehr wünschen. Die Unterstützung besteht darin, dass wir als Mitglieder einen Platz bekommen. Den Rest müssen wir selbst organisieren.“
Das zeigt: Walking Football lebt stark vom ehrenamtlichen Engagement – gerade in der Anfangsphase.
Internationale Erfolge
Trotz aller Herausforderungen spielt Schweden bereits auf internationaler Ebene eine Rolle. Seit 2022 nimmt das Land an allen großen Turnieren teil. Unter der Leitung von Nina Videkull trat die Mannschaft bei einem Turnier in Norwegen und bei der Weltmeisterschaft in Schweden an. Dort erreichten die Schwedinnen das Finale, mussten sich jedoch England geschlagen geben.
„Wir haben großartige Spielerinnen, und deshalb werden wir immer nach dem Pokal greifen. Wir sind wettbewerbsorientiert und lieben es, Spiele zu gewinnen“, sagt Videkull voller Überzeugung.
Blick in die Zukunft
Für die kommenden Jahre hat Nina Videkull klare Ziele: mehr ehemalige Spielerinnen sollen den Weg zum Walking Football finden, damit auch in Schweden lokale Turniere mit mehreren Teams möglich werden. „Wir brauchen mehr Teams, mehr Spielerinnen – und dann können wir auch hier richtige Wettbewerbe aufbauen.“
Die Rolle der Frauen im Walking Football sieht sie dabei im Wachsen: je mehr mitmachen, desto größer die Chancen auf eine breite Bewegung.
Eine Einladung an Europas Frauen
Ihre Botschaft ist eindeutig: „Probiert es! Ihr werdet nicht enttäuscht sein.“
Mit dieser Einladung richtet sich Nina Videkull nicht nur an Spielerinnen in Schweden, sondern an Frauen in ganz Europa. Denn für sie ist Walking Football nicht nur Sport – es ist eine neue Möglichkeit, Teil einer Gemeinschaft zu bleiben, die Liebe zum Spiel weiterzuleben und gleichzeitig Gesundheit und Freude miteinander zu verbinden.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Nina Videkull eine treibende Kraft im schwedischen Walking Football ist. Mit klarer Vision, viel Leidenschaft und einem starken Team an ihrer Seite sorgt sie dafür, dass Frauen jenseits der 40 nicht nur „am Ball bleiben“, sondern weiterhin Geschichte schreiben können. Ihre Arbeit zeigt: Walking Football ist mehr als ein Sport – es ist ein soziales Projekt, eine Bewegung, die Brücken schlägt und neue Geschichten schreibt.

