Eine Auszeichnung, die von innen kommt
Warum ein „Thank you Award“ aus Australien mehr ist als ein Pokal
Manche Auszeichnungen glänzen.
Andere wirken.

Der kürzlich verliehene Thank you Award von Northern Beaches Walking Football gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Er wurde nicht für Titel, Tabellenplätze oder Turniersiege vergeben – sondern für Haltung, Engagement und Wirkung innerhalb der Walking-Football-Community.
Und genau das macht ihn so besonders.
Anerkennung aus der Community – nicht von oben
Walking Football lebt von Menschen, nicht von Podesten.
Wenn Anerkennung aus der eigenen Community kommt, von Gleichgesinnten, die den Alltag, die Herausforderungen und die kleinen Erfolge kennen, dann hat das ein anderes Gewicht.
Die Auszeichnung wurde von Christina Sussanna und Terry Gatward überreicht – stellvertretend für eine der erfolgreichsten und zugleich werteorientiertesten Walking-Football-Communities Australiens. Peer Recognition im besten Sinne: ehrlich, direkt und ohne Etikettenschwindel.
Die Person hinter der Haltung
Die Auszeichnung von Northern Beaches Walking Football richtet sich nicht nur an ein Projekt – sie würdigt vor allem den Menschen dahinter: Mick Trim.

Mick Trim ist Gründer und Präsident von Walking Football 4 Health Victoria. Sein Engagement ist eng mit seiner eigenen Geschichte verbunden. Nach einer schweren gesundheitlichen Diagnose musste er viele Dinge aufgeben, die zuvor selbstverständlich waren: Arbeit, Autofahren, intensiven Sport. Was blieb, war die Suche nach einer Form von Bewegung, die nicht überfordert – und nach Gemeinschaft, die trägt.
Walking Football wurde für ihn genau das.
Nicht als Reha-Maßnahme, nicht als Ersatzsport, sondern als neuer sozialer Anker. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus entstand Walking Football 4 Health Victoria: eine Organisation, die Walking Football bewusst nicht als Alters- oder Nischensport versteht, sondern als offenen Raum für Menschen unterschiedlichster Lebenslagen.
Was Mick Trim auszeichnet, ist weniger Lautstärke als Konsequenz.
Weniger Selbstdarstellung als Haltung.
Sein Ansatz ist klar: Walking Football soll so nah wie möglich an seinem ursprünglichen Zweck bleiben – Menschen in Bewegung bringen, sie miteinander verbinden und ihnen ein Gefühl von Zugehörigkeit geben. Unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, körperlichen Voraussetzungen oder gesundheitlichen Einschränkungen.
Dass eine international anerkannte Community wie Northern Beaches Walking Football genau dieses Engagement würdigt, macht die Auszeichnung so stimmig. Sie ehrt keinen Titel – sondern einen Weg.
Zurück zum Ursprung des Spiels
In der Begründung der Auszeichnung schwingt eine klare Botschaft mit:
Walking Football ist kein „langsamer Fußball“, sondern ein eigener Raum.
Ein Raum für:
- soziale Verbundenheit
- regelmäßige, gesundheitsfördernde Bewegung
- Teilhabe ohne Leistungsdruck
- Gemeinschaft statt Ausgrenzung
Oder anders gesagt:
Nicht Wer ist der Beste?
Sondern Wer bleibt dabei?
Diese Haltung entspricht genau dem ursprünglichen Zweck von Walking Football – so, wie er einmal gedacht war.
All-Inclusive ist kein Schlagwort
Auch Walking Football 4 Health Victoria steht konsequent für diesen Ansatz.
Hier gilt: Es spielt keine Rolle,
- wie alt jemand ist
- welches Geschlecht
- welche kulturelle Herkunft
- welche körperlichen Voraussetzungen
- oder welcher gesundheitliche Hintergrund
Entscheidend ist nur eines:
Du willst dabei sein.
Walking Football wird so zu dem, was viele Sportarten gern wären: ein niedrigschwelliger, offener und sozial wirksamer Begegnungsraum.
Die Symbolik des Pokals
Auch der Pokal selbst erzählt diese Geschichte.
Ein gehender Ball, eine spielerische Form, keine martialische Pose. Kein Triumph – sondern Bewegung. Kein Sieger – sondern ein Dank.
Ein Objekt, das nicht sagt: Du hast gewonnen,
sondern: Was du tust, macht einen Unterschied.
GEHZETTE QUINTESSENZ
Diese Auszeichnung ist kein Endpunkt.
Sie ist eine Bestätigung – und gleichzeitig ein Auftrag.
Walking Football funktioniert dann am besten, wenn es nah bei den Menschen bleibt. Wenn es nicht schneller, nicht höher, nicht härter wird – sondern gemeinsamer.
Oder, um es ganz einfach zu sagen:
Walking Football ist vielleicht die demokratischste Form des Fußballs.
Und genau deshalb ist diese Auszeichnung so wertvoll.

