Das geregelte Spiel im Gehen

Walking Football 2025 – Die neuen FIWFA-Regeln im Überblick

Walking Football – die entschleunigte Variante des klassischen Fußballs – erfreut sich wachsender Beliebtheit. Besonders in Alters- und Gesundheitsprogrammen gilt das Spiel, das ausschließlich im Gehen ausgetragen wird, als gelenkschonende, inklusive und dennoch wettbewerbsorientierte Sportart. Die Fédération Internationale de Walking Football Associations (FIWFA) hat für 2025 einheitliche Regelanpassungen veröffentlicht, die das Spiel klarer, sicherer und fairer machen sollen.


1. Grundprinzip: Gehen statt Rennen

Das zentrale Merkmal bleibt: Mindestens ein Fuß muss stets den Boden berühren. Damit unterscheidet sich Walking Football grundlegend vom traditionellen Spieltempo. Gespielt wird mit fünf Feldspielern plus einem Torwart pro Team, auf kleine Tore (3 × 2 Meter). Die Spielzeit beträgt im Turniermodus zwei Halbzeiten à 10 bis 20 Minuten, gespielt wird mit einem Ball der Größe 5.


2. Disziplinarmaßnahmen: Blau vor Rot

Neu ist die blaue Karte – eine Art „Gelb für Geher“. Sie bedeutet eine Zeitstrafe von 10 % der Spielzeit (z. B. zwei Minuten bei 20-Minuten-Partien). Gründe sind u. a. wiederholte Laufverstöße, unsportliches Verhalten oder drei Regelverstöße beim Gehen.
Schwerwiegendere Vergehen – etwa grobe Fouls, Tätlichkeiten, Beleidigungen oder die Verhinderung einer klaren Torchance (DOGSO) – ziehen eine rote Karte und damit den sofortigen Ausschluss nach sich. Das betroffene Team spielt anschließend in Unterzahl.


3. Spielfortsetzung: Keine Tore direkt vom Anstoß

Bei allen Spielfortsetzungen gilt: Direkte Tore sind nicht erlaubt.

  • Anstoß: Es muss mindestens ein Pass erfolgen, bevor ein Tor erzielt werden darf.
  • Seitenaus: Wird per Kick-In (indirekt) ausgeführt – kein direkter Schuss aufs Tor.
  • Ecken: Ebenfalls indirekt.
  • Torwart-Abwürfe: Nur unterhalb der Hüfte oder flach am Boden. Dropkicks und hohe Abwürfe sind verboten.
    Fliegt der Ball über 1,82 Meter Höhe (Kopf- bzw. Torlattenhöhe), gilt er als „aus“ – das gegnerische Team erhält einen indirekten Freistoß.

4. Torhüter-Regeln: Flach spielen

Torhüter dürfen den Ball nach einem Rückpass nicht mit der Hand aufnehmen. Abwürfe müssen flach oder rollend erfolgen. Selbst wenn der Ball bei einer Abwehraktion versehentlich über die 1,82 m-Marke ins Tor fliegt, zählt der Treffer nicht – Sicherheit und Spielfluss haben Vorrang.


5. Körperkontakt: Fair und kontrolliert

Walking Football bleibt ein kontaktarmer Sport. Leichter Schulterkontakt ist erlaubt, Grätschen oder Tacklings von der Seite oder von hinten hingegen strikt verboten. Übermäßiger Körpereinsatz führt zu einem indirekten Freistoß und kann zusätzlich mit einer Karte bestraft werden.


6. DOGSO: Klare Torchancen zählen

Die FIWFA übernimmt aus dem traditionellen Fußball das Prinzip der DOGSO (Denying an Obvious Goal Scoring Opportunity).
Eine rote Karte ist fällig, wenn ein Spieler eine offensichtliche Torchance verhindert – etwa bei:

  • geringer Distanz zum Tor,
  • Ballkontrolle des Angreifers,
  • klarer Ausrichtung auf das Tor,
  • nur noch einem Verteidiger (in der Regel der Torwart) zwischen Angreifer und Tor.

7. Fair Play & Sicherheit: Gesundheit geht vor

Fairness und Sicherheit sind zentrale Werte der FIWFA-Regeln. Schienbeinschoner sind Pflicht, Schmuck und Uhren müssen abgelegt oder abgeklebt werden. Brillenträgern wird das Tragen von Schutzbrillen empfohlen. Respekt gegenüber Mitspielern, Gegnern und Schiedsrichtern steht über allem – ganz im Sinne der Idee des Walking Footballs: gemeinsames, gesundes und respektvolles Spiel ohne übertriebene Härte.



Mit den FIWFA-Regeln 2025 wird Walking Football weiter professionalisiert – ohne seine soziale und gesundheitsfördernde Seele zu verlieren. Ob in Seniorenteams, Reha-Gruppen oder Freizeitligen: Das Spiel im Gehen beweist, dass Fußball kein Alter kennt – solange man fair, sicher und mit Freude unterwegs ist.