Basisregeln beim Gehfußball

Gestern Abend in Leipzig Schiedsrichter*innen-Fortbildung und unser Redakteur, Rolf Jōne Allerdissen, zertifizierter DFB Walking Football Trainer war dabei.

Freitagabend, 19:00 bis 21:00 Uhr, Sportschule „Egidius Braun“ in Leipzig.

Während andere langsam ins Wochenende gleiten, wurde hier sehr konzentriert gegangen – und zwar regelkonform.

Der Sächsischer Fußballverband (SFV) hatte zu einer Schiedsrichter*innen-Fortbildung zum Thema „Basisregeln beim Gehfußball“ eingeladen. Geleitet wurde die Veranstaltung von Michael Hepner, vielen besser bekannt als „Heppi“, Bereichsleiter für Breitensport beim SFV.

Nach einer kompakten theoretischen Einführung ging es zügig in die Praxis. Der Beauftragte für Gehfußball, Dieter Gstettner, stellte zwei Teams zusammen, sodass die sechs teilnehmenden Schiedsrichter aus Sachsen das Gelernte unmittelbar anwenden konnten.

Gespielt wurden 3 × 12 Minuten – insgesamt fair, kontrolliert und lehrreich. Im Mittelpunkt standen dabei die klassischen Knackpunkte des Gehfußballs:

  • unerlaubter Körperkontakt
  • Laufen vs. Gehen (der Dauerbrenner)
  • saubere Entscheidungen ohne Hektik

Gerade diese Mischung aus Theorie und Praxis erwies sich als ideal. Denn Gehfußball lebt nicht von Geschwindigkeit, sondern von Regelsicherheit, Ruhe und klarer Wahrnehmung. Oder anders gesagt: Wer richtig pfeift, muss nicht rennen.

Die wichtigsten Regeln für den Spielbetrieb bei Walking-Football-Turnieren

1. Gehen statt Laufen

  • Mindestens ein Fuß muss immer Bodenkontakt haben
  • Kein Rennen, kein Traben, kein Sprintansatz
  • Grenzfälle werden konsequent als Regelverstoß gewertet

2. Kein Körperkontakt

  • Schieben, Drängen, Rempeln, Halten sind verboten
  • Schulter-an-Schulter wie im klassischen Fußball ist nicht erlaubt
  • Sicherheit geht immer vor Zweikampf

3. Ballhöhe

  • Der Ball darf maximal hüfthoch gespielt werden
  • Kein Volley, kein Kopfball, kein hoher Befreiungsschlag
  • Ziel: kontrolliertes, bodennahes Spiel

4. Tore

  • Tore zählen nur aus dem Spiel heraus
  • Kein Schuss aus der eigenen Hälfte (je nach Turnierordnung)
  • Kein Tor per Kopf oder oberhalb der erlaubten Ballhöhe

5. Torraum

  • Der Torraum darf von den verteidigenden Spielern nicht betreten werden.
  • Gegenspieler dürfen den Torraum ebenfalls nicht betreten

6. Freistöße & Spielfortsetzung

  • Alle Freistöße indirekt
  • Gegner halten den vorgeschriebenen Abstand von 3,00 Metern
  • Schnelle Ausführung erlaubt – aber ohne Hektik

7. Fair-Play-Gedanke

  • Walking Football ist Rehabilitations-, Gesundheits- und Inklusionssport
  • Respekt gegenüber Mitspielern, Gegnern und Schiedsrichtern ist Teil der Regel

Allerdissen meint: „Die Fortbildung in Leipzig hat gezeigt: Gehfußball braucht gut geschulte Schiedsrichter – keine Ausnahmen, keine Grauzonen. Nur so bleibt das Spiel fair, sicher und genau das, was es sein soll: Fußball für alle, die lieber gehen als fallen.“

Schiedsrichterausbildung im Walking Football ist kein Randthema – sie ist systemrelevant.