Verbot des Dribbelns

Umstrittener Regelvorschlag: UEFA erwägt 5-Kontakt-Limit im Walking Football – Sorgen, Hoffnung und offene Fragen

In der Walking-Football-Szene sorgt derzeit ein möglicher neuer Regelvorstoß für Diskussionen. Eine jüngste Richtlinie der UEFA, die offenbar bereits an den englischen Fußballverband (The FA) weitergereicht wurde, könnte schon zur Saison 2025/26 umgesetzt werden – und damit auch auf alle angeschlossenen Walking-Football-Ligen im Land Einfluss nehmen.

Kern der geplanten Änderung: Spielerinnen und Spieler im Ballbesitz sollen künftig nur noch fünf Ballkontakte haben, bevor der Ball abgespielt werden muss. Zudem wird von einem Verbot des Dribbelns gesprochen. Nach ersten Einschätzungen soll diese Anpassung vor allem dazu dienen, zwei immer wieder kontrovers diskutierte Punkte einzudämmen: Körperkontakt und das unerlaubte Laufen. Wer weniger Kontakte hat und den Ball nicht aktiv nach vorn treiben darf, soll automatisch langsamer agieren – so zumindest die Annahme.

Herkunft der Informationen: Ein Newsletter wirbelt Staub auf

Die GEHZETTE erfuhr von dem Vorstoß durch den aktuellen Newsletter der Walking Football Association (WFA). Während sich auf den offiziellen Webseiten von UEFA und FA bislang keine eindeutigen Hinweise auf diese neue Regelung finden lassen, formuliert der WFA-Newsletter vom März ungewöhnlich klar:

„…die FA muss die jüngste UEFA-Richtlinie umsetzen, die das Dribbeln verbieten und eine 5-Kontakt-Beschränkung einführen wird.“

Diese Aussage wiederholt sich im Newsletter gleich zweimal – ein Indiz dafür, dass innerhalb der WFA offenbar ein hoher Grad an Sicherheit über die bevorstehende Änderung besteht.

Ein Eingriff ins Spiel – oder ein längst überfälliger Schritt?

Die Einführung eines Kontaktlimits wäre eine massive Veränderung für Walking Football, der bislang auf kontrolliertes Passspiel, taktische Ruhe und technische Präzision setzt. Während Befürworter argumentieren, dass das Spiel dadurch wieder „langsamer und sicherer“ werde, warnen Kritiker vor dem Verlust eines wesentlichen Bestandteils der Sportart: der individuellen Ballkontrolle.

„Walking Football lebt vom Denken, Drehen, Täuschen“, erklärt ein langjähriger Trainer aus der Midlands-Region im Gespräch mit der GEHZETTE. „Wenn ich die Ballkontrolle auf fünf Kontakte begrenze, mache ich aus dem Spiel ein ständiges Abspiel-Pingpong.“

Andere Stimmen begrüßen die Idee. Ein Ligakoordinator aus Südengland betont: „Wir kämpfen jede Woche mit Diskussionen über Laufen und zu hartes Verteidigen. Eine technische Limitierung könnte den Druck aus vielen Situationen nehmen.“

Zwischen Gerücht und Realität

Bislang bleibt einiges unklar:

  • Ist die Richtlinie offiziell verabschiedet?
  • Wann und wie soll sie in nationale Regelwerke einfließen?
  • Welche Rolle spielt die UEFA im Walking Football genau, der bisher stark von nationalen Initiativen geprägt war?

Der WFA-Newsletter legt nahe, dass der Prozess bereits läuft – doch ohne offizielle Bestätigung von UEFA oder FA bleibt die Szene im Ungewissen.

Was bedeutet das für Spielerinnen und Spieler?

Sollte die 5-Kontakt-Regel tatsächlich ab der Saison 2025/26 in Kraft treten, müssten Teams ihre Taktik neu ausrichten:

  • Mehr Kurzpassspiel, weniger Einzelaktionen.
  • Höherer Kommunikationsbedarf innerhalb der Mannschaft.
  • Anpassung des Trainings an Ballkontroll- und Passrhythmen.

Coaches müssten zudem neue Übungen entwickeln, um das Kontaktlimit zu verinnerlichen – eine Herausforderung, die gleichzeitig neue kreative Impulse geben könnte.

Ein Regelvorschlag, der die Community spalten wird

Ob die Änderungen Walking Football revolutionieren oder verwässern – das wird sich erst zeigen, wenn die Richtlinie offiziell bestätigt und angewandt wird. Eines aber ist sicher: Die Diskussionen darüber haben gerade erst begonnen. Die GEHZETTE bleibt an dem Thema dran und berichtet, sobald es neue Entwicklungen gibt.