Ridles Diagnose

Verletzungs-Schock um Ridle Baku – und warum das auch Walking Footballer betrifft

Ridle Baku bei Mainz 05 (2020) – CC BY-SA 4.0

Nationalspieler Ridle Baku hat sich schwer verletzt – ein Riss des Syndesmosebands. Diese Diagnose sorgt nicht nur in der Bundesliga für Besorgnis. Denn das Syndesmoseband ist eine Achillesferse des modernen Fußballs – egal ob Profi oder Freizeitspieler. Selbst wer „nur“ Walking Football spielt, kann bei unzureichendem Aufwärmen oder mangelhafter Beweglichkeit ähnliche Verletzungen erleiden. Ein Warnsignal für alle Generationen auf dem Platz.

Riss des Syndesmosebands – Was bedeutet das für meinen Spieler?

Fußball ist Leidenschaft, Teamgeist – und leider auch ein Risiko für Gelenke und Bänder. Eine der häufigsten und schmerzhaftesten Verletzungen ist der Riss des sogenannten Syndesmosebands. Diese Verletzung gilt als typische „Fußballer-Verletzung“ – und hat selbst Profis wie Marco Reus oder jetzt Riddle Baku schon ausgebremst. Doch was steckt eigentlich dahinter?

Was ist das Syndesmoseband?

Der Begriff klingt, als gäbe es nur ein einziges Band – tatsächlich handelt es sich um vier Bänder im oberen Sprunggelenk, die Schien- und Wadenbein fest miteinander verbinden. Sie stabilisieren das Gelenk bei jeder Bewegung. Das vordere Syndesmoseband übernimmt dabei den größten Teil der Arbeit – und ist daher am häufigsten betroffen, wenn etwas reißt.

Wie kommt es zu dieser Verletzung?

Typischerweise passiert der Riss, wenn der Fuß umknickt oder beim Zweikampf ein Schlag auf das Gelenk trifft. Der Bandapparat hält der Belastung nicht mehr stand, das Gelenk wird instabil – Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen folgen sofort.

Auch im Walking Football kann das passieren – zum Beispiel, wenn Muskeln kalt und unvorbereitet sind. Besonders gefährlich: fehlendes Aufwärmen oder mangelnde Mobilisation vor dem Spiel.

Warum kann das auch ältere oder Freizeitspieler treffen?

Mit zunehmendem Alter werden Bänder weniger elastisch, Muskeln verkürzen schneller, die Reaktionszeit sinkt. Ein falscher Schritt auf unebenem Boden oder eine zu abrupte Drehung – und schon ist das Risiko da. Gerade beim Walking Football, wo viele Spieler mit früheren Verletzungen oder eingeschränkter Beweglichkeit spielen, ist gutes Aufwärmen keine Kür, sondern Pflicht.

Wie wird so eine Verletzung behandelt?

Je nach Schweregrad reicht die Behandlung von konservativer Therapie (Ruhigstellung, Physiotherapie) bis hin zur Operation, bei der die Knochen mit Schrauben oder Fäden stabilisiert werden.

Die Reha dauert mehrere Monate, oft bis zu einem halben Jahr. Erst dann kann man langsam wieder belasten. Wichtig: Geduld, gezieltes Training und konsequente Nachbehandlung.

Wie lässt sich ein Syndesmosebandriss vermeiden?

Vorbeugung ist alles. Dazu gehören:

  • Gründliches Aufwärmen vor jedem Training
  • Gleichgewichts- und Koordinationsübungen
  • Dehnen der Waden- und Fußmuskulatur
  • Gutes Schuhwerk mit stabiler Sohle
  • Und: vorausschauendes Spielverhalten – kein hektisches Abstoppen oder Verdrehen.

Gerade im Walking Football lassen sich solche Verletzungen mit einfachen Routinen vermeiden – etwa durch ein paar Minuten Mobilisation, sanftes Kreisen der Sprunggelenke und leichtes Aktivieren der Muskulatur.

Der Riss des Syndesmosebands ist keine „Profikrankheit“, sondern eine ernsthafte Gefahr für alle, die sich auf dem Platz bewegen – egal ob jung oder alt, ob sprintend oder gehend. Der Fall Riddle Baku zeigt: Fußball bleibt körperlich – auch im langsamen Tempo.

Wer sich schützt, aufwärmt und regelmäßig seine Gelenke stärkt, kann solche Verletzungen vermeiden – und noch viele Jahre schmerzfrei spielen.