Italien geht voran
Wie Walking Football im Land der Tifosi erwachsen wird

Von der Nische zur Bewegung – Italiens Weg zur strukturierten Zukunft des Gehfußballs
Florenz, Januar 2025 – Während in vielen Ländern Walking Football noch als kuriose Randerscheinung belächelt wird, hat Italien längst den Ernst der Lage erkannt: Der altersgerechte Fußball boomt – und mit ihm die Notwendigkeit, professionelle Strukturen zu schaffen. Die italienische Fußballföderation (FIGC) hat deshalb Nägel mit Köpfen gemacht: Walking Football soll offiziell gefördert, organisiert und wettbewerbsfähig gemacht werden.
Gesundheit, soziale Teilhabe und sportlicher Ehrgeiz – das sind keine Widersprüche, sondern die Grundpfeiler dieser Bewegung.
Coverciano macht ernst
Im Dezember 2024 traf sich Italiens Fußballprominenz in Coverciano, dem legendären Trainingszentrum des italienischen Verbandes. Gemeinsam mit der UEFA und der Associazione Italiana Allenatori Calcio (AIAC) wurde ein ambitioniertes Konzept vorgestellt:
Ab 2025 soll es regionale Ligen, nationale Meisterschaften und gezielte Talentförderung im Walking Football geben.
“Calcio Camminato” wird damit erstmals offiziell in die Struktur des organisierten Fußballs eingebettet – ein wichtiger Schritt für mehr Anerkennung.
Erfolge auf europäischer Bühne
Dass Italien dabei nicht bei der Theorie stehen bleibt, zeigt sich auf dem Rasen:
Die Ü50-Nationalmannschaft gewann 2024 den prestigeträchtigen “Christian Poirier Challenge Cup” im französischen Saint-Nazaire – im Finale bezwangen sie England mit 3:2. Auch die Frauen-Ü40-Auswahl überzeugte unter Ex-Profi Patrizia Sberti mit Bronze.
Italien beweist: Walking Football ist längst mehr als Bewegungstherapie – es ist echter Sport mit Anspruch.
Struktur durch eigene Liga & Verband
Hinter der Dynamik steht auch die Confederazione Italiana Walking Football (CIWF) mit Sitz in Biella.
Die CIWF organisiert:
- Regionale Turniere
- Internationale Begegnungen (z. B. in Teneriffa & Borgomanero)
- Nationalmannschaften
- Trainerzertifizierungen
Auch Städte wie Turin, Novara und Mailand melden steigende Teilnehmerzahlen und regelmäßige Trainingseinheiten.
Gesundheitsförderung trifft Leistungssport
Walking Football steht in Italien für:
- Gesundheitsförderung für Menschen ab 50
- Inklusion (auch Frauen und Mixed-Teams)
- Spaß und soziale Bindung
- Gleichzeitig aber: klare Regeln, taktisches Spiel, echtes Coaching
Mit Unterstützung durch die UEFA und Einbindung in die Sportstrategie der FIGC positioniert sich Italien als Vorreiter einer neuen Sportkultur für ältere Generationen.
Fassen wir zusammen
Während anderswo noch diskutiert wird, ob Walking Football “echter” Sport ist, schafft Italien Fakten:
Offizielle Strukturen, sportliche Ambitionen und gesellschaftliche Relevanz vereinen sich zu einer Bewegung, die beweist:
Auch mit Tempo 3 kann man Geschichte schreiben – wenn man das Ziel klar vor Augen hat.
GehZeit Redaktion

