Gehfußball, Pasta, Freundschaft

Mücken, Magie und molto Bene – Rolf kickt in Novara

Wenn man den Herausgeber des Gehfussball-Magazins GehZeit Rolf Allerdissen fragt, wie sein erster Auftritt im italienischen Piemont gelaufen ist, bekommt man keine nüchterne Analyse, sondern ein strahlendes Grinsen und ein paar Mückenstiche als Souvenir. „Die Biester waren schneller an mir dran als ich am Ball“, erzählt er lachend. Willkommen beim Walking Football in Novara – oder wie man hier sagt: calcio camminato con amore.

Während die Mitspieler noch Taktik diskutieren, zeigen Rolf und Vito Gibbin, kein geringerer als der Vize-Präsident des Verbands „Walking Football Italia“: Das Wichtigste sind Wasserflasche, Humor und ein guter Fotograf.


Walking Football – auf italienisch

Das Spielfeld: das Novarello Sporting Centre, eine schmucke Anlage, auf der sich die Teams Novarello Blu und Novarello Giallo gegenüberstanden. Der Modus? Walking Football – aber mit italienischem Extra: Torhüter, hohes Geh-Tempo und strikte Zwei-Meter-Regel für den Ball. „Man denkt, das klingt entspannt, aber nach 90 Minuten weißt du, was du getan hast. Selbst ohne Grätschen“, so Rolf.

Fairplay statt VAR

Die Spieler? Allesamt ehemalige Fußballer, die das runde Leder offensichtlich nicht loslassen können. Was sofort auffiel: kein Gemecker, keine Schwalben, keine hitzigen Diskussionen. Stattdessen blitzsauberes, körperloses Spiel – so fair, dass selbst der VAR gähnend zu Hause geblieben wäre. Der Schiedsrichter pfiff souverän, als hätte er gerade das Champions-League-Finale geleitet.

Rolf vs. Mücken – ein ungleiches Duell

Und Rolf? Er kämpfte tapfer, lachte noch tapferer und hätte sicher das ein oder andere Tor mehr geschossen, wären da nicht diese blutrünstigen Mini-Vampire auf sechs Beinen gewesen. „Ich schwöre, einer hat mir direkt ins Ohr gestochen – und das mitten im Hochgeschwindigkeitsgang!“

Die dritte Halbzeit: Pasta gewinnt immer

Doch das eigentliche Highlight kam nach dem Abpfiff: die legendäre dritte Halbzeit. Beide Teams trafen sich in einem kleinen Restaurant, wo die Pasta so al dente war wie die Defensivreihen zuvor. Dazu ein Glas Wein, viel Gestik, noch mehr Gelächter – und plötzlich war klar: Fußball ist schön, Freundschaft ist schöner, und Essen ist am allerschönsten.

Abschließend kann ich sagen: „Ein wunderschöner Abend – erste Halbzeit, zweite Halbzeit und dritte Halbzeit“, resümierte Rolf mit typisch deutscher Präzision. Und man möchte hinzufügen: Wenn man sich beim Gehen-Fußball so verausgabt, darf man beim Gehen-zum-Restaurant ruhig ein bisschen schwanken.

Danke Vito für die Einladung!