Fußball, der verbindet – Walking Football in Łódź
Walking Football Generations – Ein Abend, der bleibt
Von der Legende zum gelebten Miteinander | GEHZETTE

Łódź erlebte kurz vor Weihnachten einen Abend, der sinnbildlich für das steht, was Walking Football heute ausmacht: Respekt vor der Geschichte, Freude an der Bewegung und internationale Verbundenheit. Im Mittelpunkt stand der 70. Geburtstag von Marek Dziuba – 53-facher polnischer Nationalspieler, WM-Dritter von 1982 und heute engagierter Trainer des Walking-Football-Teams von ŁKS Łódź.
Sportliche Vielfalt mit internationalem Flair

Das Hallenturnier brachte Teams aus mehreren europäischen Ländern zusammen. Mit dabei waren Borussia Dortmund (Deutschland), Heracles Almelo (Niederlande), die Walking Bears Vissenakken/Truidense (Belgien), WF ŁKS Łódź, die ŁKS Łódź Ladies sowie Walking Futbol Polska. Schon beim gemeinsamen Einlaufen wurde klar: Hier geht es nicht um Tabellen oder Pokale – sondern um Begegnung auf Augenhöhe.
Auf dem Feld zeigte sich Walking Football in seiner besten Form: fair, technisch anspruchsvoll und überraschend intensiv. Tempo wird bewusst reduziert, der Anspruch an Spielintelligenz steigt. Genau diese Mischung macht den Reiz aus – und erklärt, warum immer mehr ehemalige Leistungsfußballerinnen und -fußballer ebenso wie Neueinsteiger den Weg in diese Spielform finden.
Ein Geburtstag als verbindendes Moment
Besonders berührend: Alle teilnehmenden Teams hatten kleine Geschenke für Marek Dziuba vorbereitet. Es war weniger die Geste an sich als vielmehr die Haltung dahinter, die diesen Moment so besonders machte. Hier ehrte der Walking Football nicht nur einen großen Namen, sondern einen Menschen, der den Übergang vom Profisport zur inklusiven Bewegungskultur aktiv lebt.
Gemeinschaft über den Schlusspfiff hinaus
Nach dem Turnier endete der Abend nicht mit dem Abpfiff. Ein gemeinsames Weihnachtsessen – in Polen traditionell tief verwurzelt – und eine lange, fröhliche Feier bis in die Nacht rundeten den Tag ab. Gespräche über frühere Karrieren, aktuelle Projekte und zukünftige Turniere mischten sich mit Lachen, Erinnerungen und neuen Verabredungen.
Mehr als ein Turnier
Was in Łódź stattfand, war mehr als ein sportliches Event. Es war ein starkes Signal für das europäische Walking-Football-Netzwerk: Diese Spielform verbindet Generationen, Geschlechter und Nationen. Sie ermöglicht sportliche Teilhabe bis ins hohe Alter – und bewahrt zugleich die Werte des Fußballs, die vielerorts verloren zu gehen drohen.
Walking Football ist kein nostalgischer Abklatsch des „echten“ Spiels. Es ist seine konsequente Weiterentwicklung. Der Abend in Łódź hat gezeigt, wie lebendig, würdevoll und zukunftsfähig diese Idee ist. Oder, um es im Geist des Geburtstagskindes zu sagen: Fußball endet nicht mit der Karriere – er findet nur eine neue Form.

