Für die meisten Spieler unbekannte Regeln

Wichtige Regeländerungen im Walking Football ab 2025

Was sich ändert – und wer in Europa die Maßstäbe setzt

Mit Beginn des Jahres 2025 sind im Walking Football mehrere Regelpräzisierungen und -anpassungen wirksam geworden. Sie betreffen vor allem die europäische Wettbewerbsvariante (kleine Tore, ohne Torwart), die auch in Deutschland bei Turnieren am häufigsten gespielt wird.

Diese Änderungen sind keine Einzelentscheidung eines Landes, sondern Ergebnis einer europaweiten Annäherung von Regelverständnissen – getragen von verschiedenen Organisationen, Netzwerken und Verbänden.


Die wichtigsten Regeländerungen 2025 im Überblick

Die ab 2025 geltenden Anpassungen zielen vor allem auf mehr Klarheit, Sicherheit und Vergleichbarkeit:

  • Gleichzeitiges Laufen zweier Gegenspieler
    Laufen zwei Spieler gegnerischer Mannschaften gleichzeitig, wird das Spiel unterbrochen.
    → Indirekter Freistoß in Richtung des entfernten Tores.
  • Körperkontakt
    Walking Football wird ohne Körperkontakt gespielt.
    Kommt es zu einem gleichzeitigen Kontakt zweier Gegenspieler, erfolgt eine Spielunterbrechung.
    → Indirekter Freistoß.
  • Handspiel oder Sturz bei Torschuss / Abwehr
    Handspiel oder ein Sturz beim Abwehren eines Torschusses (oder unmittelbar danach)
    → Strafstoß.
  • Grätschen gegen einen Schuss
    Eine Grätsche gegen einen Schuss ist nicht erlaubt.
    → Strafstoß.
  • Tore aus liegender oder gestützter Position
    Tore aus Grätsch-, Liege- oder Stützposition zählen nicht.
    → Freistoß für den Gegner.
  • Überholen des ballannehmenden Spielers
    Ein Spieler hinter dem Ball darf den Mitspieler, zu dem der Ball gespielt wird, nicht überholen.
    → Freistoß.

Die bekannten Grundregeln – Laufverbot, maximale Ballhöhe von einem Meter, indirekte Freistöße, aufrechte Spielhaltung und ruhige Spielfortsetzungen – bleiben unverändert in Kraft.


Wer ist die europäische Walking-Football-Community?

Wenn von einer „europäischen Walking-Football-Community“ gesprochen wird, ist kein einzelner Dachverbandgemeint. Gemeint ist ein Netzwerk aus Organisationen, die Regeln, Turniere und Entwicklung gemeinsam prägen.

Zu den zentralen Akteuren zählen:

  1. FIWFA
    Die Federation of International Walking Football Associations ist der wichtigste internationale Zusammenschluss.
    Sie organisiert internationale Turniere (Europa- und Weltmeisterschaften) und entwickelt wettbewerbsorientierte Regelwerke.
  2. UEFA
    Die UEFA ist kein klassischer Regelsetzer für Walking Football, stellt aber seit 2024 mit dem Walking Football Toolkit eine europaweit genutzte Arbeits- und Empfehlungsgrundlage bereit.
  3. The Walking Football Association (England)
    Einer der ältesten und einflussreichsten nationalen Verbände, dessen Regelanpassungen häufig als Referenz in Europa dienen.
  4. Nationale Walking-Football-Verbände und Netzwerke
    Dazu zählen u. a. Organisationen in Polen, den Niederlanden, Deutschland, Frankreich, Spanien oder Skandinavien, die ihre Regelwerke auf Basis internationaler Empfehlungen anpassen.

Die Rolle der UEFA: Empfehlung statt Paragraph

Ein zentraler Punkt für das Verständnis der Regeländerungen ist die Position der UEFA.

Die UEFA versteht ihre Walking-Football-Regeln ausdrücklich als:

Arbeits- und Empfehlungsgrundlage,
nicht als strikt normatives Regelwerk.

Das bedeutet:

  • Die UEFA liefert Struktur, Orientierung und Sicherheitsprinzipien.
  • Nationale Verbände adaptieren diese Vorgaben an ihre Wettbewerbe.
  • Turnierveranstalter setzen sie konkret und praktisch um.

Diese Flexibilität ist gewollt – weil Walking Football in Europa sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen hat, gleichzeitig aber vergleichbar und sicher bleiben soll.


Warum diese Änderungen wichtig sind (GEHZETTE-Einordnung)

Die Regelanpassungen 2025 sind kein Zeichen von Überregulierung.
Sie sind eine Reaktion auf die Realität auf dem Platz.

Walking Football wächst.
Mehr Teams, mehr Turniere, mehr internationale Begegnungen.

Ohne klare Regeln entstehen:

  • Diskussionen statt Spielfluss
  • Unsicherheit bei Schiedsrichtern
  • Frust bei Teilnehmenden

Die neuen Präzisierungen schaffen:

  • Schutz für die Spielenden
  • Transparenz bei Entscheidungen
  • Verlässlichkeit im Wettbewerb

Kurz gesagt:
Sie helfen, Walking Football als eigenständige, respektierte Spielform weiterzuentwickeln – ohne seinen Charakter zu verlieren.


Unser Resümee

Die Regeländerungen 2025 sind kein Bruch, sondern ein gemeinsamer europäischer Schritt.
Getragen von Verbänden, Netzwerken und einer klaren Idee:

Walking Football soll
fair, sicher, vergleichbar und menschlich bleiben.

Und genau dafür braucht es Regeln,
die verstanden – und nicht nur akzeptiert – werden.