Die UEFA regelt es schon

LOTG-DE Version 1.1: Ein neuer Standard für Walking Football in Deutschland

Walking Football – auf Deutsch: Gehfußball – bekommt in Deutschland einen offiziellen Rahmen. Mit der Veröffentlichung des Regelwerks „LOTG-DE Version 1.1“ setzt Gehfußball Deutschland einen neuen Maßstab für Turniere, Ligen und Freundschaftsspiele. Das dokumentiert der Verband in klarer Form und legt insbesondere großen Wert auf die einheitliche Definition von „Gehen“ statt „Laufen“.  

Gehfußball ist nicht mehr nur Freizeitspaß – zunehmend wird die Sportart wettbewerbsfähig organisiert, mit Turnieren, Meisterschaften und nationalen sowie internationalen Begegnungen. In diesem Zuge war eine einheitliche Regelgrundlage unabdingbar. Mit dem Regelwerk „UEFA Competitive Walking Football – Laws of the Game (LOTG)“ als Basis hat Gehfußball Deutschland nun die „LOTG-DE Version 1.1“ veröffentlicht. 

Das Besondere: Neben den klassischen Wettkampfregelungen – etwa Spielfeldgrößen, Mannschaftsstärken oder Wertungssystemen – beinhaltet das neue Regelwerk ein eigens eingerichtetes Kapitel 4A „Regelauslegung: Gehen nach LOTG-DE“, das die Frage klärt: Wann ist Gehen erlaubt, und wann gilt die Bewegung bereits als verbotenes Laufen? 

Für viele Clubs war dies eine zentrale Herausforderung, denn die Grenze zwischen zügigem Gehen und „Grounded Running“ ist im Sport leicht verschwommen. LOTG-DE stellt klar: Gehen liegt vor, wenn

  • keine Flugphase vorhanden ist,
  • ein klarer Gehzyklus mit sichtbarer Doppelstützphase vorliegt,
  • keine lauftypische Beschleunigung durch Abdruck erfolgt, und
  • Haltung und Schrittmuster einem natürlichen Gehen entsprechen.  

Umgekehrt gilt als verbotenes Laufen unter anderem, wenn beide Füße gleichzeitig vom Boden abheben, der Bewegungsablauf keinen Gehzyklus zeigt oder ein deutlicher Abdruck („Push-off“) erfolgt – auch wenn formal noch Bodenkontakt besteht. 

Darüber hinaus gelten die üblichen Wettkampfregeln: Zwei Varianten sind vorgesehen – mit Torwart (Spielfeld ca. 40 × 20 m) und ohne Torwart (ca. 30 × 20 m). Mannschaften spielen 6 gegen 6, mindestens jedoch 4 Pro-Team. Fouls wie Körperkontakt, mehr als fünf Ballkontakte pro Spieler oder Ball im Liegen führen zu indirekten Freistößen. 

Für Disziplinverstöße gibt es ebenfalls klare Regelungen: Gelbe Karte bedeutet 5 Minuten Zeitstrafe („Sin Bin“), eine zweite Gelbe führt zum Spielausschluss mit Unterzahl für fünf Minuten, eine Rote Karte beendet das Spiel für den Spieler – Ersatz nach fünf Minuten möglich. 

Was heißt das konkret für Clubs und Spieler?

  • Planungssicherheit: Jede Veranstaltung in Deutschland kann nun mit einem verbindlichen Regelwerk arbeiten.
  • Schulung: Schiedsrichter und Trainer erhalten eine einheitliche Leitlinie – insbesondere zur schwierigen Unterscheidung Gehen / Laufen.
  • Fair Play: Die deutliche Abgrenzung sorgt dafür, dass ältere oder weniger mobile Spieler nicht überfordert werden – ein Kernziel des Gehfußballs bleibt gewahrt.
  • Wettbewerbsqualität: Turniere bekommen einen professionelleren Rahmen – was der Sportart insgesamt zugutekommt.

Die Veröffentlichung der LOTG-DE 1.1 markiert also einen wichtigen Meilenstein im deutschen Gehfußball-Sektor. Vereine, Organisatoren und Schiedsrichter sind nun aufgefordert, die neuen Vorgaben zu übernehmen – damit Einheitlichkeit, Fairness und Sicherheit im Spiel noch besser gewährleistet sind.

Schluss:

Wer sich näher informieren will, kann das vollständige Regelwerk auf der Website von Gehfußball Deutschland einsehen – inklusive aller Kapitel, Definitionen und Formulierungen.