DFB-Walking-Football-Zertifikat
Gehen statt Rennen: Das DFB-Walking-Football-Zertifikat stärkt eine neue Fußballkultur

Frankfurt am Main. Fußball hört nicht auf, wenn die Beine langsamer werden – im Gegenteil: Mit dem bundesweit eingeführten Walking Football Zertifikat setzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein deutliches Signal für lebenslange Bewegung, Gesundheit und Gemeinschaft im Sport.
Eine junge Sportart mit großer Wirkung
Walking Football, im Deutschen auch „Gehfußball“ genannt, ist eine Variante des klassischen Spiels: Der Ball bleibt flach, körperlicher Kontakt ist tabu und anstelle von Sprints gilt die Regel „immer ein Fuß am Boden“. Die Spielform ist dadurch besonders schonend für Gelenke und Herz-Kreislauf-System – und eröffnet älteren Fußballbegeisterten oder Neueinsteiger*innen ganz neue Möglichkeiten.
Was in England entstand, verbreitet sich inzwischen rasant in Deutschland. Viele Vereine, auch auf dem Land, entdecken Walking Football als Chance, Mitglieder länger im Sport zu halten und zugleich neue Zielgruppen zu erreichen.
Ausbildung für mehr Qualität
Um das Angebot nachhaltig zu stärken, hat der DFB das Walking-Football-Zertifikat entwickelt. Die Weiterbildung richtet sich an Trainerinnen, Übungsleiterinnen und Vereinsverantwortliche, die Walking Football qualifiziert anleiten wollen.
In rund 20 Lerneinheiten – einer Mischung aus Online-Phasen und Präsenzveranstaltungen – werden medizinische Grundlagen, Trainingsorganisation, Wertevermittlung und die Besonderheiten des Spiels vermittelt. Ziel ist es, dass die Absolventinnen nicht nur Regeln kennen, sondern auch die sportlichen und sozialen Bedürfnisse der Teilnehmerinnen berücksichtigen können.
Zwischen Prävention und Integration
Das Zertifikat ist weit mehr als eine Formalität. Es knüpft an das Gesundheits- und Präventionsprofil des Fußballs an: Walking Football wurde bereits vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) mit dem Qualitätssiegel „Sport pro Gesundheit“ ausgezeichnet. Zugleich ist es ein Instrument zur Integration – auf dem Platz spielen Frauen und Männer, Jüngere und Ältere, Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam.
Lokale Umsetzung entscheidend
Die Zukunft von Walking Football hängt vor allem von den Vereinen ab. Ob in der Großstadt oder im ländlichen Raum: Wer das Zertifikat absolviert, bringt Kompetenz und Begeisterung in die eigene Region zurück. Beispiele aus Nordrhein-Westfalen, Hessen oder Niedersachsen zeigen, dass Walking-Football-Angebote dort bereits auf große Resonanz stoßen.
„Walking Football ist nicht nur Sport, sondern auch Begegnung“, betont die DFB-Akademie. „Mit dem Zertifikat schaffen wir die Grundlage, dass Vereine dieses Spiel nachhaltig, sicher und mit hoher Qualität anbieten können.“
Zusammenfassend kann man sagen, dass mit dem Walking-Football-Zertifikat der DFB eine Bewegung professionalisiert, die mehr ist als ein Trend. Es geht um Teilhabe, Gesundheit und das Versprechen: Fußball bleibt ein Spiel für alle Generationen – und für das ganze Leben.
Walking Football – Fortbildung & Turnier des Niedersächsischen Fußballverband e. V. am Samstag, den 13.09.2025 beim SV Quitt-Ankum
Das Zertifikat vermittelt nicht nur theoretisches Wissen, sondern legt großen Wert auf Praxisnähe. So beginnt der Lehrgang mit einer Demonstrationseinheit auf dem Platz, gefolgt von einer Einführung in die Trainingsphilosophie „Deutschland meets Walking Football“. Nach einer gemeinsamen Mittagspause stehen ein Regel-Workshop sowie ein ganztägiges Turnier auf dem Programm, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Gelernte unmittelbar anwenden können. Abgerundet wird der Tag mit einer Siegerehrung und einem gemeinsamen Ausklang – ein Mix aus Weiterbildung, Vernetzung und sportlichem Erlebnis.

