

UEFA Walking Football Toolkit – Deutsche Gesamtübersetzung
Einleitung
Das UEFA Walking Football Toolkit ist eine Ressource für nationale Verbände, Ligen, Vereine und andere lokale Organisationen, um die Gesundheit älterer Menschen zu fördern und das Wachstum von Fußball und körperlicher Aktivität insgesamt zu unterstützen.

Das Toolkit bietet grundlegende Informationen zu Walking Football – sowohl für Freizeit- als auch für Wettbewerbsformate – einschließlich der offiziellen Spielregeln („Laws of the Game“) für alle Spiele oder Wettbewerbe, die von der UEFA organisiert oder anerkannt werden. Um Walking Football weiter zu fördern, enthält das Toolkit außerdem ein Werbevideo und einen Trailer in mehreren Sprachen.
Wir danken den nationalen Verbänden von England, den Färöer-Inseln, Frankreich, Gibraltar, Portugal, Polen und Schweden für die Zusammenarbeit an diesem Toolkit, die wertvolle Informationen und Ratschläge geliefert haben.
Wir sind überzeugt, dass wir durch die Verbreitung dieses Toolkits und die stärkere Einbindung älterer Menschen in den Fußball die Bedürfnisse unserer Partner besser erfüllen, ihr Engagement in ihren Gemeinschaften unterstützen und Fußball als Plattform für die Integration in die Zivilgesellschaft nutzen können.
Michele Uva – Direktor für soziale und ökologische Nachhaltigkeit, UEFA
Walking Football in Kürze
Was ist Walking Football?
Walking Football ist eine Variante des traditionellen Fußballs, deren Regeln so angepasst wurden, dass Gesundheit und Sicherheit gefördert werden.
Für wen ist Walking Football?
Walking Football kann zwar von allen gespielt werden, eignet sich aber besonders für ältere Menschen und Personen mit Mobilitätseinschränkungen, die – unabhängig von Fitnesslevel oder gesundheitlichem Zustand – eine körperliche Aktivität mittlerer Intensität suchen, um aktiv und sicher zu bleiben.
Die WHO definiert ältere Menschen als Personen ab 60 Jahren. Während einige Unterschiede im Gesundheitszustand genetisch bedingt sind, werden die meisten durch physische und soziale Umgebungen verursacht. Gesunde Gewohnheiten wie regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung spielen eine wichtige Rolle im Alterungsprozess.
Warum Walking Football spielen?
Regelmäßige körperliche Aktivität ist entscheidend für gute Gesundheit. Walking Football bietet mit seinen zahlreichen gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteilen älteren Menschen eine wirksame Möglichkeit, aktiv zu bleiben und ihr Wohlbefinden zu verbessern.
Fakten und Zahlen
- 2030 – Jede sechste Person weltweit wird 60 Jahre oder älter sein (WHO, 2022).
- 2019 – In der EU lebten 90,5 Mio. Menschen ab 65 Jahren (Eurostat, 2020).
- 2018 – 40 % der älteren Frauen und 22 % der älteren Männer in der EU lebten allein, oft mit höherem Risiko für Depression und Einsamkeit (Eurostat, 2020).
- 50 % – Körperlich aktive Menschen haben ein um 20–30 % niedrigeres Risiko für vorzeitigen Tod und sind um 50 % weniger anfällig für chronische Krankheiten (WHO, 2022).
- 150 Minuten – Empfehlung der WHO: Mindestens 150 Minuten Bewegung mittlerer Intensität pro Woche für Menschen ab 65.
- 9,4 Stunden pro Tag – Menschen ab 60 verbringen im Schnitt über 9 Stunden täglich sitzend oder inaktiv (WHO, 2020).
Was ist das Walking Football Toolkit?
Das UEFA-Programm FootbALL will den Fußball als Motor für positiven gesellschaftlichen Wandel nutzen – mit der Botschaft: Im Fußball ist jeder willkommen!
Dieses Toolkit soll Verbänden, Vereinen und lokalen Organisationen helfen, Walking Football – sowohl Freizeit- als auch Wettbewerbsformate – erfolgreich auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene umzusetzen.
Ziele des Toolkits:
- Mehr ältere Menschen für Fußballaktivitäten gewinnen.
- Bewusstsein für die Vorteile von Walking Football schaffen.
- Walking Football als sichere Aktivität fördern und Best Practices bereitstellen.
Warum wurde das Toolkit erstellt?
Gesundheit und Wohlbefinden ist eine von sieben Säulen der UEFA-Nachhaltigkeitsstrategie 2030.
Das Ziel: Die Fußballgemeinschaft mobilisieren, um Zugang zum Spiel zu verbessern und gesunde Lebensstile für alle Generationen – besonders ältere Menschen – zu fördern.
Studien belegen, dass Walking Football das soziale Wohlbefinden, die Herz-Kreislauf-Fitness und die psychische Gesundheit signifikant verbessert.
Für wen ist das Toolkit?
Für nationale Verbände, Ligen, Vereine und andere Fußballorganisationen, um Walking Football für ältere Menschen zu entwickeln.
Ob Dachverband, lokaler Verein oder Koordinator – alle spielen eine Rolle bei der Förderung von aktivem Altern, körperlichem Wohlbefinden und Gemeinschaft.
Wie wird das Toolkit genutzt?
Drei Hauptabschnitte:
- Grundlagen legen – verpflichtende Regeln, Prinzipien, Vorteile, medizinische Empfehlungen.
- Rahmen aufbauen – Rollen, Spielergewinnung, Bindung, Best Practices.
- Von der Theorie zur Praxis – konkrete Anleitungen, Spielregeln, Checklisten.
Abschnitt 01 – Grundlagen legen
Verpflichtende Anpassungen
- Kein Laufen – immer ein Fuß am Boden.
- Kein Körperkontakt – keine Tacklings oder Schulterchecks.
- Kein Abseits.
- Kein Kopfball.
- Nur indirekte Freistöße.
- Ball nicht über Querlattenhöhe spielen.
Prinzipien:
- Inklusion – jeder kann mitspielen.
- Sicherheit – oberste Priorität.
- Gemeinschaft – soziale Bindung fördern.
- Flexibilität – lokale Gegebenheiten berücksichtigen.
- Fair Play – auch ohne Schiedsrichter.
Merkmale älterer Teilnehmender
- Körperlich: Weniger Kraft, Balance, Koordination, höhere Verletzungsgefahr.
- Sozial/emotional: Mögliche Einsamkeit, Stress, veränderte Rollenbilder.
- Zwischenmenschlich: Wertschätzung von Austausch, Respekt vor Lebenserfahrung.
Vorteile von Walking Football
Gesundheitlich: Herzgesundheit, Mobilität, Gewichtskontrolle, Muskel- und Knochenerhalt, Stressreduktion, kognitive Leistungsfähigkeit.
Sozial: Kontakte, Gemeinschaftsgefühl, Selbstvertrauen, Bekämpfung von Einsamkeit.
Ökonomisch: Weniger Kosten im Gesundheitssystem.
Für Organisationen: Mehr Mitglieder, Sponsoring, bessere Hallenauslastung, neue Ehrenamtsrollen.
Medizinische Empfehlungen
- Vor Teilnahme: Ärztliche Freigabe, CPR-Training, Gesundheitsformular.
- Während: Intensität anpassen, Pausen, Warnsignale ernst nehmen.
- Nach Teilnahme: Beschwerden melden, gesunden Lebensstil beibehalten.
- Rückkehr nach Verletzung/Krankheit: Medizinische Kontrolle, langsamer Wiedereinstieg, soziale Einbindung.
Abschnitt 02 – Rahmen aufbauen
Rollen:
- Koordinator – Organisation & Qualitätssicherung.
- Facilitator – Training sicher gestalten.
- Schiedsrichter – bei Wettbewerben notwendig.
- Spieler – Herzstück der Aktivität.
- Partnerorganisationen & Behörden – Unterstützung.
Spielergewinnung:
Events, Medien, Schnuppertrainings, Partnerschaften mit Gemeinden, Kliniken, Seniorenorganisationen.
Spielerbindung:
Abwechslungsreiche Trainings, soziale Aktivitäten, Turniere, Teamgeist pflegen.
FAQ:
Kein Mindestalter, keine Vorerfahrung nötig, einfache Ausrüstung, Regeln leicht verständlich.
Best Practices:
Beispiele aus England, Portugal, Norwegen, Malta, Schweden, Deutschland, Frankreich.
Best Practices – Walking Football in Europa
England – The FA Walking Football Programme
Hintergrund:
Der englische Fußballverband (The FA) hat Walking Football als Teil seiner Strategie zur Förderung von körperlicher Aktivität im Alter etabliert.
Das Programm ist landesweit organisiert und bietet sowohl Freizeit- als auch Wettbewerbsformate an.
Wichtige Elemente:
- Landesweite Datenbank aller Walking-Football-Gruppen.
- Standardisierte Spielregeln und Trainingsrichtlinien.
- Ausbildung von Trainern und Schiedsrichtern speziell für Walking Football.
- Zusammenarbeit mit Gesundheitsorganisationen und lokalen Behörden.
- Landesmeisterschaften mit regionalen Qualifikationsturnieren.
Ergebnisse:
Tausende aktive Spieler über 50 Jahre, signifikante Verbesserungen bei Fitness, Wohlbefinden und sozialer Integration.
Portugal – Federação Portuguesa de Futebol (FPF) “Caminhar é Viver”
Hintergrund:
Die FPF initiierte ein Projekt namens „Gehen heißt Leben“, um Walking Football als gesundheitsfördernde Aktivität in Gemeinden einzuführen.
Wichtige Elemente:
- Kooperation mit Gemeindezentren, Seniorenvereinen und Sportclubs.
- Regelmäßige Trainingseinheiten in verschiedenen Regionen.
- Einbindung medizinischer Fachkräfte bei der Einführung.
- Offene Turniertage, um neue Teilnehmer zu gewinnen.
Ergebnisse:
Schneller Anstieg der Teilnehmerzahlen, besonders in ländlichen Regionen; verbesserte Fitness und weniger soziale Isolation.
Norwegen – Norges Fotballforbund (NFF) Walking Football Pilot
Hintergrund:
Der norwegische Verband startete Pilotprojekte in mehreren Städten, um das Konzept zu testen.
Wichtige Elemente:
- Fokus auf Freizeitspiele und Geselligkeit.
- Niedrige Eintrittsbarrieren: kein Mitgliedsbeitrag, einfache Ausrüstung.
- Kooperation mit Krankenhäusern und Physiotherapeuten.
- Kurse zur Verletzungsprävention vor jeder Einheit.
Ergebnisse:
Hohe Teilnahmequote in der Testphase, positive Rückmeldungen von Teilnehmern und Gesundheitsexperten.
Malta – Malta FA Active Ageing Programme
Hintergrund:
Teil des nationalen Programms für aktives Altern, gefördert vom Sportministerium.
Wichtige Elemente:
- Walking Football als zentraler Bestandteil von „Active Ageing“-Initiativen.
- Spiele an attraktiven Orten (Strandpromenaden, Parks).
- Kostenlose Einsteigerkurse.
- Gemeinsame Aktivitäten wie Frühstück oder Ausflüge nach den Spielen.
Ergebnisse:
Steigerung der Sichtbarkeit des Themas „aktives Altern“, wachsende Nachfrage nach weiteren Standorten.
Schweden – Svenska Fotbollförbundet (SvFF) “Gåfotboll”
Hintergrund:
Der schwedische Verband integriert Walking Football („Gåfotboll“) in bestehende Vereinsstrukturen.
Wichtige Elemente:
- Kooperation mit Seniorensport-Verbänden.
- Einheitliche Regeln landesweit.
- Schulung ehrenamtlicher Gruppenleiter.
- Öffentlichkeitskampagnen über TV und Social Media.
Ergebnisse:
Stetiges Wachstum der Teilnehmerzahlen; viele neue Mitglieder in traditionellen Fußballvereinen.
Deutschland – Deutscher Fußball-Bund (DFB) Walking Football Initiative
Hintergrund:
Der DFB unterstützt Vereine beim Aufbau von Walking-Football-Angeboten, zunächst in Pilotregionen.
Wichtige Elemente:
- Workshops für Vereinsverantwortliche.
- Bereitstellung von Trainingsmaterialien und Regelwerken.
- Integration in bestehende Vereins- und Freizeitangebote.
- Austauschplattform für Vereine mit Best-Practice-Beispielen.
Ergebnisse:
Mehrere hundert aktive Gruppen in kurzer Zeit, steigende mediale Präsenz.
Frankreich – Fédération Française de Football (FFF) “Football en marchant”
Hintergrund:
Die FFF entwickelt Walking Football („Football en marchant“) als Teil ihrer sozialen Verantwortung.
Wichtige Elemente:
- Zusammenarbeit mit Kommunen und Seniorenorganisationen.
- Turniere in Verbindung mit großen Fußball-Events.
- Trainingsleitfäden und Videos für neue Gruppen.
- Fokus auf Inklusion – Teilnahme auch für Menschen mit Einschränkungen.
Ergebnisse:
Hohe mediale Aufmerksamkeit; Walking Football als neues Sportangebot in vielen Regionen eingeführt.
Abschnitt 03 – Von der Theorie zur Praxis
Freizeit-Formate: Spaß, Gesundheit, Gemeinschaft im Vordergrund, flexible Regeln.
Wettbewerbs-Formate: Einheitliche Spielregeln, Turnierstruktur.
Anhänge
Anhang 1 – Gesundheitserklärung
(Detailliertes Formular mit persönlichen Daten, medizinischer Vorgeschichte, Lebensstil, Trainingszielen, Einverständniserklärung)
Anhang 2 – Spieler-Feedback-Formular
(Detailliertes Formular zu körperlicher & mentaler Gesundheit vor/nach Teilnahme, Zufriedenheit, Verbesserungsvorschlägen, Freitextkommentaren)
Alle Vervielfertigungsrechte dieser Übersetzung liegen bei gehfussball.deutschland.de

